Online-Shopping gehört für viele Menschen zum Alltag. Es ist bequem und einfach – du kaufst komfortabel von zu Hause aus ein. Aber mit dem Wachstum des Online-Shoppings wachsen auch die Risiken für Datenschutz und Sicherheit.
Nicht alle Shopping-Apps sind gleich. Oft installiert man eine App, ohne die Datenschutzbestimmungen zu lesen. Apps können deutlich mehr Daten von deinem Smartphone sammeln, als dir bewusst ist – egal ob du dein Telefon privat, geschäftlich oder für beides nutzt. Dieser Artikel zeigt dir, welche Apps besonders auffällig sind und wie du dich konkret schützen kannst.
Fragwürdige Datenerhebungspraktiken bei beliebten Shopping-Apps
Apps fragen nach deutlich mehr Berechtigungen, als sie für die eigentliche Funktion brauchen. Wer das nicht prüft, gibt unbewusst sehr viel preis.
– Christian Markus, Gründer pirenjo.IT
SHEIN: Zugriff auf Zwischenablage, GPS und Gerätesensoren
Vor kurzem fanden Sicherheitsexperten heraus, dass eine beliebte Shopping-App die Kopier- und Einfügeaktivitäten der Nutzer ausspioniert. Diese App verfolgte Tastenanschläge, Screenshots und sogar den GPS-Standort. Verletzt also auch deine Online-Shopping-App deine Privatsphäre?
Es handelt sich um SHEIN, eine Shopping-App mit Millionen von Nutzern. Forscher fanden heraus, dass die App Daten aus den Zwischenablagen der Nutzer sammelte – also jeden Text, den du kopiert und eingefügt hast. Wenn du sensible Informationen kopiert hast, konnte die App darauf zugreifen. Dazu zählen Passwörter oder Kreditkartennummern.
Darüber hinaus verfolgte die App den GPS-Standort der Nutzer. SHEIN sammelte außerdem Daten von Gerätesensoren wie Beschleunigungsmesser und Gyroskop. Das bedeutet: Die App konnte deine Bewegungen verfolgen und auswerten, wie du dein Gerät nutzt.
Die Entwickler behaupteten, die Datenerfassung diene der „Optimierung der Nutzererfahrung“. Eine vage Erklärung, die auch andere App-Entwickler gerne verwenden. Datenschutzexperten reichte diese Aussage nicht – und zu Recht.
Temu: Massendatensammlung nach dem Superbowl-Boom
Es ist nicht das erste Mal, dass eine App ohne Wissen der Nutzer Daten abgreift. Viele beliebte Apps sammeln Daten, oft für gezielte Werbezwecke.
Die Shopping-App Temu ist seit ihrem Superbowl-Werbespot 2023 enorm gewachsen. Millionen neuer Nutzer haben die App seitdem installiert – oft ohne zu wissen, welche Daten dabei gesammelt werden.
Temu sammelt unter anderem deinen Namen, deine Adresse und Telefonnummer, Details wie Geburtstag, Fotos und soziale Profile, Betriebssystem und Versionsnummer deines Telefons, deine IP-Adresse und deinen GPS-Standort sowie Browserdaten. Das ist eine beachtliche Menge an persönlichen Informationen – für eine Shopping-App.
4 Tipps zum Schutz deiner Privatsphäre bei Shopping-Apps
Datenschutzbestimmungen vor dem Download lesen
Ja, es ist mühsam, eine lange Datenschutzerklärung zu lesen, wenn man nur schnell einkaufen will. Aber wer es nicht tut, gibt am Ende womöglich viel mehr preis, als ihm bewusst ist.
Bevor du eine App herunterlädst, lies die Datenschutzbestimmungen. Such nach Stichworten wie „sammeln“ und „deine Daten“ – das spart Zeit und bringt dich direkt zu den relevanten Stellen. Wer die Datenerfassung einer App kennt, entscheidet oft anders. Vielleicht lädst du die App dann gar nicht erst herunter.
Freigabefunktionen gezielt deaktivieren
Deaktiviere in den Einstellungen deines Telefons alle Funktionen zur Datenweitergabe, die du nicht brauchst – zum Beispiel die Standortdienste. Bei den meisten Smartphones kannst du gezielt festlegen, welche Apps darauf zugreifen dürfen.
Prüfe sowohl die Telefoneinstellungen als auch die App-eigenen Einstellungen. So schränkst du die Datenweitergabe so weit wie möglich ein.
Ungenutzte Apps löschen
Wenn du eine App nicht regelmäßig nutzt, lösch sie von deinem Telefon. Ungenutzte Apps sind ein unterschätztes Risiko. Selbst wenn du sie nicht aktiv verwendest, können sie im Hintergrund weiterhin Daten sammeln – etwa deine Browseraktivität oder dein Verhalten in anderen Apps.
Website statt App nutzen
Du kannst die Datenerfassung durch Shopping-Apps einschränken, indem du stattdessen die Website des Anbieters nutzt. Die meisten seriösen Unternehmen haben eine offizielle Website, auf der du dieselben Produkte kaufen kannst wie über die App – mit deutlich weniger Datenzugriff.
Wer seine mobilen Geräte insgesamt besser absichern möchte, findet in unserem Artikel zu mobilen Geräten und Cyberangriffen weitere konkrete Maßnahmen. Auch ein Blick auf Alltagsgegenstände, die zu Identitätsdiebstahl führen können, lohnt sich.
Sicherheit deiner mobilen Geräte verbessern
Mobile Geräte werden heute regelmäßig häufiger genutzt als Computer. Trotzdem sind sie oft schlechter abgesichert. Vereinbare jetzt einen Termin für ein kostenloses Kennenlerngespräch und lass uns gemeinsam schauen, wie gut deine mobilen Geräte wirklich geschützt sind. Die IT-Sicherheitsexperten von pirenjo.IT sind für dich da.
Apps wie SHEIN und Temu können Zwischenablagen-Inhalte, GPS-Standorte, Gerätesensordaten, IP-Adressen und Browserdaten erfassen – teilweise ohne dass du es aktiv bemerkst. Lies die Datenschutzbestimmungen vor der Installation, um zu wissen, worauf du dich einlässt.
Deaktiviere Standortdienste und andere Freigabefunktionen gezielt pro App und lösche Apps, die du nicht regelmäßig nutzt – auch inaktive Apps können im Hintergrund Daten sammeln.
Ja – mit einem Managed Endpoint Security Service lässt sich gezielt steuern, welche Apps auf Firmengeräten erlaubt sind und welche Datenzugriffe sie erhalten. pirenjo.IT bietet dafür eine strukturierte Beratung an.
In der Regel ja – Browser-Sitzungen haben weniger direkten Zugriff auf Gerätesensoren, Zwischenablagen oder Standortdaten als eine installierte App. Nutze die offizielle Website des Anbieters, wenn du den Datenzugriff minimieren möchtest.
pirenjo.IT berät Unternehmen in Waiblingen und der Region zu Mobile Device Management und Endpoint Security – von der Erstanalyse bis zur laufenden Absicherung der Geräte. Ein kostenloses Erstgespräch ist der erste Schritt.