Mobile Geräte sind strukturell unsicherer als Desktop-Systeme. Anti-Malware-Lösungen für Smartphones und Tablets erreichen nicht die Schutztiefe, die auf stationären Systemen möglich ist – und genau das machen Cyberkriminelle gezielt zum Einfallstor.
Dabei enthalten die mobilen Geräte deiner Mitarbeitenden längst mehr als Telefonnummern und Kontakte. E-Mails, Passwörter, Kontozugänge und Unternehmensdaten liegen dort – oft ohne angemessenen Schutz. Dieser Artikel zeigt dir, welche 9 Maßnahmen die Sicherheit mobiler Geräte im Unternehmenseinsatz konkret verbessern.
Die 9 Best Practices für sichere mobile Geräte
Wer mobile Geräte nicht genauso konsequent absichert wie Desktop-Systeme, öffnet Angreifern eine Tür, die rund um die Uhr erreichbar ist.
– Christian Markus, Gründer pirenjo.IT
Zuverlässige Sicherheitsrichtlinien als Fundament
Bevor du Tablets oder Smartphones an deine Teams ausgibst, solltest du eine wirksame Nutzungsrichtlinie erstellen. Definiere Regeln für die zulässige Nutzung und lege Konsequenzen für Verstöße fest.
Deine Mitarbeitenden müssen sich der Sicherheitsrisiken bewusst sein – und wissen, dass sie die erste Verteidigungslinie gegen Cyberkriminalität sind. Wer das versteht, handelt anders als jemand, der einfach ein Gerät in die Hand bekommt.
Wenn du deinem Team erlaubst, persönliche Geräte für geschäftliche Zwecke zu nutzen, brauchst du außerdem eine BYOD-Richtlinie (Bring Your Own Device). Diese sollte Anforderungen für die Installation und Fernlöschung von Software abdecken und Schulungspflichten zur Nutzung drahtloser Netzwerke definieren. Automatische Sperrregeln bei Inaktivität, Protokolle für verlorene und gestohlene Geräte sowie Anforderungen an Datensicherung und Antiviren-Software gehören ebenfalls dazu.
Betriebssystem-Updates als aktiver Schutz
Die Aktualisierung von Android- und iOS-Betriebssystemen verbessert nicht nur die Benutzerfreundlichkeit – ihre wichtigste Rolle besteht in der Behebung von Sicherheitslücken. Installiere Updates deshalb, sobald der Hersteller sie veröffentlicht.
Wer Updates verzögert, gibt Angreifern Zeit. Veraltete Betriebssysteme sind bekannte Ziele – und Kriminelle nutzen genau diese Lücke systematisch aus.
Kennwortschutz als Mindestandard
[IMAGE_BLOCK_0]Ein komplexes Passwort oder eine PIN kann Cyberkriminelle daran hindern, auf mobile Geräte zuzugreifen. Neben alphanumerischen Kombinationen kannst du auch Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung einsetzen – je nachdem, was für deine Mitarbeitenden praktikabel ist.
Entscheidest du dich für Ziffern und Buchstaben, gib die Kombination nicht an Personen außerhalb deines Unternehmens weiter. Achte außerdem darauf, dass deine Mitarbeitenden sie nicht auf dem Gerät selbst speichern. Unbeschriftete Ordner oder physische Notizen an einem sicheren Ort sind deutlich sicherer.
Nur Business-Apps – konsequent
Laxe Download-Richtlinien erlauben Teammitgliedern, nicht arbeitsbezogene Apps zu installieren. Das klingt harmlos – aber viele dieser Apps sind bekannt für schädliche Werbecodes und andere Bedrohungen. Gib deinen Mitarbeitenden klar vor, dass sie ausschließlich die für ihre Aufgaben erforderlichen Apps herunterladen und nutzen dürfen.
Wer App Fatigue kennt, weiß: zu viele Apps bedeuten mehr Angriffsfläche – nicht mehr Produktivität.
Öffentliche WLAN-Netzwerke meiden
In Notfällen muss dein Team vielleicht öffentliche WLAN-Netzwerke nutzen, um wichtige E-Mails zu versenden oder eine Besprechung zu planen. Die Verbindung zu solchen Netzwerken kann jedoch dazu führen, dass vertrauliche Unternehmensdaten an Cyberkriminelle weitergegeben werden, die dasselbe Netzwerk nutzen.
Der einfachste Weg: ein qualitativ hochwertiger Internettarif mit Roaming-Diensten für Außendienstmitarbeitende. Ist das nicht möglich, schafft ein seriöses virtuelles privates Netzwerk (VPN) oder ein sicheres globales Netzwerk (SGN) Abhilfe. Es stellt direkte, verschlüsselte Verbindungen her – unabhängig davon, über welches Netzwerk du gerade erreichbar bist.
Telefonortung und Fernlöschung aktivieren
Der Verlust eines vom Unternehmen bereitgestellten mobilen Geräts ist ärgerlich – aber kein Datenschutzdesaster, wenn die richtigen Vorkehrungen getroffen sind. Die Aktivierung von Android „Mein Gerät finden“ oder „Mein iPhone suchen“ auf iOS hilft dabei, verlorene Smartphones zu lokalisieren. Einige Programme ermöglichen außerdem die Fernlöschung aller Daten auf gestohlenen Geräten.
Die Installation dauert wenige Minuten und verschafft echte Sicherheit. Selbst wenn ein Mitarbeitender das Gerät verliert, kommen Cyberkriminelle so deutlich schwieriger an die Inhalte.
MDM als zentrale Schaltstelle
Mobile Device Management (MDM) ist eine bewährte Möglichkeit, persönliche und geschäftliche Informationen zu trennen und gleichzeitig Sicherheitsmaßnahmen auf allen Geräten durchzusetzen. Cloudbasierte MDM-Software ist dabei in der Regel die günstigste, flexibelste und am einfachsten zu verwaltende Option.
Mit den meisten Plattformen kannst du Geräteinformationen auslesen, Anwendungen aktualisieren und verwalten sowie Geräte konfigurieren. Nutzungsbeschränkungen, Datenverschlüsselung, sichere Passwortanforderungen und das Einrichten von Containern, die persönliche Daten von Unternehmensdaten trennen, kommen ebenfalls dazu. Im Ernstfall lässt sich der Inhalt auch aus der Ferne löschen.
Nachrichten sorgfältig prüfen
Cyberkriminelle setzen häufig SMS-Phishing ein, um dein Team dazu zu bringen, auf gefährliche Links zu klicken. Sie geben sich dabei als vertrauenswürdige Personen oder Institutionen aus und fordern Mitarbeitende auf, vertrauliche Informationen weiterzugeben.
Stoßen deine Mitarbeitenden auf solche Nachrichten, sollten sie diese löschen oder sofort die IT-Abteilung informieren. Noch besser: die SMS gar nicht erst öffnen und den Absender direkt blockieren.
Blockieren und Whitelisting als letzte Sicherheitsebene
Nicht jeder Angriff passiert absichtlich. Ein Teammitglied bemerkt vielleicht nicht, dass es eine bösartige App herunterlädt – und gibt damit Angreifern Zugriff auf Gerätedaten. Durch Blockieren und Whitelisting legst du fest, welche Websites und Apps als sicher gelten und welche nicht.
Das Sperren bestimmter Anwendungen gibt deiner IT-Abteilung Kontrolle und löst automatisch einen Alarm aus, wenn jemand versucht, auf gesperrte Apps zuzugreifen. Whitelists heben hervor, welche Tools dein Team bevorzugt nutzen soll – anstatt auf Social-Media-Apps oder andere nicht arbeitsbezogene Software zurückzugreifen.
Wachsam bleiben – auch außerhalb des Büros
Wer nur Desktop-Computer und Laptops absichert, lässt eine der größten Angriffsflächen offen. Deine Mitarbeitenden senden E-Mails, greifen auf Konten zu und tauschen vertrauliche Informationen über ihre mobilen Geräte aus – täglich und von überall.
Strenge Nutzungsrichtlinien, konsequente Technik und klare Kommunikation machen Smartphones und Tablets deines Teams praktisch unangreifbar für Datendiebstahl. Wie du deine Onlinekonten zusätzlich vor Angriffen schützt, zeigt dir ein separater Artikel. Nimm Kontakt zu den Experten von pirenjo.IT auf, um potenzielle Sicherheitsrisiken in deinem Unternehmen zu erkennen und zu beseitigen.
Eine BYOD-Richtlinie sollte mindestens Fernlöschrechte, Passwortanforderungen, Antiviren-Pflicht und klare Protokolle für verlorene Geräte enthalten. Schulungen zur sicheren Nutzung öffentlicher Netzwerke gehören ebenfalls dazu.
MDM-Software erlaubt es, Unternehmensgeräte zentral zu verwalten, zu konfigurieren und im Ernstfall aus der Ferne zu löschen. Ab etwa 10 mobilen Geräten im Unternehmenseinsatz rechnet sich der Einsatz in der Regel.
Ja – pirenjo.IT betreut Unternehmen aus Stuttgart und dem Großraum bei der Einrichtung von MDM, VPN und Sicherheitsrichtlinien für mobile Geräte. Frag direkt nach einem unverbindlichen Erstgespräch.
SMS-Phishing ist eine der am häufigsten unterschätzten Angriffsmethoden, weil Mitarbeitende auf mobilen Geräten weniger aufmerksam sind als am Arbeitsplatz-PC. Klare Meldeprozesse und Schulungen reduzieren das Risiko deutlich.
pirenjo.IT unterstützt Unternehmen in Waiblingen und dem Rems-Murr-Kreis bei der Einführung von MDM-Lösungen, der Erstellung von BYOD-Richtlinien und der Schulung von Mitarbeitenden zu sicherer Gerätenutzung. Melde dich für ein erstes Gespräch.